Regelstrecke
Die Regelstrecke ist der Teil des Regelkreises, in dem eine physikalische Größe durch eine Regeleinrichtung konstant gehalten werden soll. Die Regelstrecke kann in der Praxis eine Produktionsanlage, eine Apparatur, ein Kessel oder eine einfache Rohrleitung sein. Die Regelstrecke beginnt bei dem Stellglied und endet beim Messort der Regelgröße.
1. Sprungantwort der Regelstrecke
Regelstrecken zeigen recht unterschiedliches Verhalten bei auftretenden Störungen. Das Verhalten wird bestimmt durch die Eigenart der durch die Strecke hindurchgesetzten Medien, durch die Volumina der Strecke (Speichervermögen), durch die während des Regeleingriffs zu bewegenden Massen und durch die Transportzeiten der Medien zwischen Stellglied und Regelgrößenerfassung.
Die Art, wie die Regelstrecke ohne angeschlossenen Regler auf Störungen reagiert, gibt den Ausschlag dafür, welche Regeleinrichtung zur Beherrschung der Strecke eingesetzt werden muss. Zeichnet man den Verlauf der Regelgröße nach einer einmaligen konstanten Störung (Störsprung) über die Zeitachse auf, so erhält man die Sprungantwort der Regelstrecke.
Die Sprungantwort zeigt, welcher Regler zur Beherrschung der Regelstrecke eingesetzt werden muß. Sie wird gewöhnlich mit Bandschreibern aufgezeichnet.

2. Bezeichnung der Regelstrecken.
Unterschieden werden grundsätzlich Regelstrecken mit Ausgleich und ohne Ausgleich.
3. In Regelstrecken mit Ausgleich stellt sich für jede Störung vom Stellglied oder von außen her eine feste, von der alten abweichende Regelgröße ein.
4. Regelstrecken ohne Ausgleich ändern nach einer Störung ihre Regelgröße ständig, ggf. bis zur technisch möglichen Grenze für das System.
5. Sprungantworten von Strecken mit Ausgleich

Unter (3) war gesagt, daß die Regelgröße nach einer Störgröße einen neuen, festen Wert annimmt.
Es werden unterschieden:
- Regelstrecken nullter Ordnung bzw. verzögerungsarme Regelstrecken
- erster Ordnung
- zweiter Ordnung
- vorgenannte Strecken mit zusätzlicher Totzeit
Der Begriff "Ordnung" stammt im obigen Falle aus der Differentialrechnung und gibt an, in welcher höchsten Ableitung nach der Zeit die Regelgröße x vorkommt, wenn man die dynamische Verhaltensweise der Regelstrecke für eine Störung durch mathematische Gleichungen ausdrückt.


